Dezember 2008
1.Schub unter Copaxone
Hätte ja auch zu schön sein können, wenn ich Weihnachten und den Jahreswechsel mal ohne Probleme überstehen würde. Weit gefehlt, denn angefangen mit einem kribbeln in der linken Hand. Dachte mir erst nichts dabei. Es wurde aber nicht besser, sondern eher schlimmer. Dann ein Gefühl, als wäre mein ganzer Arm eingeschlafen. Bemerkte dann später, dass meine Kräfte im entsprechenden Arm nachließen und ich nicht mal eine Flasche aufdrehen konnte und Probleme hatte, Dinge festzuhalten. Kam mir richtig doof vor, nichts wollte mehr klappen. Am PC sitzen und schreiben ging gar nicht, da ich mich permanent mit den linken Finger verschrieb und wo wahrscheinlich jeder Deutschlehrer die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen hätte. ☺
Da meine Neurologin einen Tag vor ihrem Urlaub (19.12.) nichts machen konnte, überließ sie mir die Entscheidung, ob ich vor den Feiertagen noch ins Krankenhaus gehe. Aber ich konnte ja gar nichts mehr machen und so entschloss ich mich einen Tag später, doch lieber ein paar Tage in die Klinik zu gehen. Besser ist das und wir wollten ja auch kein Risiko eingehen, dass es noch schlimmer und dann gar nichts mehr geht. Die Kliniktasche war schon gepackt und wartete noch auf ihren Einsatz.
Mein Mann hat am Freitag gegen Mittag Feierabend gemacht und wir sind dann gemeinsam mit den Kiddies in die Klinik gefahren. Wir also in die Notaufnahme, haben mich angemeldet und kurze Zeit später wurde ich dann schon aufgerufen. Da Kinder nicht in die Notaufnahme durften und unser großer Sohn sowieso noch in die Stadt musste, verabschiedeten wir uns auch dort. War echt schwer für mich, aber ich versuchte meine Tränen im Zaum zu halten. Klappte auch ganz gut, da die Schwester, die mich abholte, auch schon gut drauf war.
Musste also einige Untersuchungen über mich ergehen lassen (EEG, Blutdruck, Blutabnahme). Volles Programm und das setzen des Zugangs wollte auch nicht richtig klappen. Ziehe bei so etwas den Arm der Hand vor. Aber gut, ein wenig Schwund gibt’s immer. War zwar heftig und mein Arm war nachher richtig schön blau, aber zumindest konnte die Schwester dort noch Blut abnehmen, bevor mir eine Ärztin einen neuen Zugang legen musste. *aua*
Im Zimmer angekommen, Klamotten ausgepackt, mein Bett im beschlag genommen und kurz ausgeruht. Das Zimmer war sonst leer und es war ganz schön langweilig. Da im Moment noch nichts außergewöhnliches an weiteren Untersuchungen angesagt war, ich erst mal TV angemeldet. Am Abend bekam ich schon die erste Dröhnung mit Cortison verpasst. Ich hatte ja sowieso nichts besseres vor und mein Date war daheim bei den Kids.
Kurze Zeit später ein Klopfen an der Tür, ein Bett wurde hineingeschoben und schon war ich nicht mer alleine. Eine ältere Dame war nun meine Zimmergenossin und ganz ehrlich gesagt, war ich froh, dass ich meine Glotze hatte. Sie sah echt nicht gut aus und ihre Familie war dabei.
Hab sie erst mal machen lassen und am nächsten Tag kamen wir dann ins Gespräch und sie war echt nett und auch lustig drauf. Zumindest so gut wie es ging, denn sie war noch schlechter dran als ich und
sie ist von der Intensiv verlegt worden. Sie konnte eine Körperhälfte nicht mehr bewegen und war noch auf fremde Hilfe angewiesen. Aber da ich ja in der Zeit auch nichts besonderes vor hatte, war es kein Problem für mich, ihr bei diversen Tätigkeiten zur Hand zu gehen. Ich helfe gerne wo ich kann!
Die restliche Zeit im Klinikum war echt super und wir Beide hatten mächtig viel Spaß mit den Schwestern und vor allem mit den Pflegern. Am 23.12. dufte ich dann Heim zu meiner Familie, während meine Bettnachbarin noch bis Ende des Monats im Klinikum verweilen und dann in die REHA gehen musste.
Daheim musste ich für weitere 10 Tage noch Cortison in Tablettenform nehmen.